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Der Vorschlag der Europäischen Kommission für neue Cookie-Regeln: ein erster Blick auf mögliche Auswirkungen
Es lag Veränderung in der Luft. Am 19. November 2025 stellte die Europäische Kommission den Vorschlag für die Digital Omnibus Regulation vor. Sie können ihn als eine Aktualisierung des europäischen Datenschutzregelwerks betrachten – einschließlich Gesetzen wie der DSGVO und der ePrivacy-Richtlinie –, damit sie sich leichter anwenden lassen, ohne den Schutz der Menschen zu verringern.
Vereinfachung, aber ohne Schwächung der Datenschutzrechte
Es ist kein Geheimnis. Jeder weiß, dass heutige Cookie-Banner frustrierend sein können. Wiederholt auf einem Banner klicken zu müssen, bringt niemandem etwas. Die Kommission möchte das ändern.
Der Vorschlag der Digital Omnibus zielt darauf ab, mehrere zentrale Datenschutzgesetze zu vereinfachen und zu modernisieren. Die Idee dahinter: Weniger Reibung, bessere Nutzererfahrung und gleichzeitig starke Rechte der Betroffenen.
Der Vorschlag sieht vor:
- Ein-Klick-Optionen „Akzeptieren“ und „Ablehnen“ auf derselben Ebene (keine verschachtelten Ebenen) und keine erneute Nachfrage, solange die Einwilligung gültig ist oder für mindestens sechs Monate nach einer Ablehnung. Das reduziert wiederholte Anfragen, die zu „Einwilligungsmüdigkeit“ führen.
- Intelligentere „zentrale Cookie-Management-Mechanismen“, mit denen Nutzer ihre Datenschutzeinstellungen einmalig in einer einfachen Oberfläche festlegen können. Dies könnte browser- oder betriebssystemweite „Privacy Switches“ bedeuten. Eine Person könnte etwa einmal „Tracking ablehnen“ oder „nur essenzielle Cookies“ wählen – und Websites würden diese Präferenz automatisch auslesen und respektieren.
- Die Integration der Cookie-Regeln in die DSGVO sowie eine Überprüfung, in welchen Situationen Ausnahmen möglich sind (keine Einwilligung erforderlich) – etwa zu Sicherheitszwecken oder für grundlegende, erstanbieterbasierte, aggregierte Reichweitenmessung.
🔍 Der Vorschlag behandelt auch weitere Themen wie personenbezogene Daten im Rahmen von KI-Training oder neue Wege zur Ausübung von DSGVO-Rechten. Um tiefer einzusteigen, lesen Sie gerne unseren umfangreichen Leitfaden.
Was das in der Praxis bedeutet
Wenn Sie eine Website, App oder Online-Kampagnen betreiben, gibt es keinen Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Die Prozesse werden für Sie und Ihre Nutzer einfacher. Und: Der Vorschlag ist noch kein endgültiges Gesetz, sondern ein Entwurf:
- Sie müssen jetzt noch nichts ändern aufgrund der Digital Omnibus.
- Ihre aktuellen Pflichten unter der DSGVO und anderen Gesetzen bleiben unverändert.
- Sie benötigen weiterhin ein Cookie-Banner und eine CMP, sowohl jetzt als auch unter den neuen Regeln – auch wenn sich deren Funktionsweise ändern könnte.
ℹ️ Die Grundprinzipien bleiben bestehen. Einwilligung bleibt zentral. Menschen müssen weiterhin klare Entscheidungen treffen und ihre Einstellungen aktualisieren können. Ändern könnte sich lediglich, wie Einwilligungen eingeholt und wie Präferenzen übermittelt werden.
Im Hintergrund benötigen Sie weiterhin ein Consent-Management-System (CMP), um:
- ein Banner anzuzeigen, wenn keine Ausnahmen greifen (z. B. für Werbung, Remarketing, Profiling, Cross-Site-Tracking und die meisten Drittanbieter-Analytics).
- Nutzern granulare Einstellungsmöglichkeiten bereitzustellen.
- Einwilligungsnachweise zu speichern.
- Signale von Browser oder Betriebssystem auszulesen.
Realistisch betrachtet werden viele Menschen nicht sofort browserbasierte Einstellungen verwenden.
Nutzer, die globale Präferenzen festgelegt haben, werden möglicherweise überhaupt kein Banner mehr sehen – außer wenn es für bestimmte Zwecke zwingend angezeigt werden muss. Andere, die keine Einstellungen gesetzt haben, werden wie gewohnt mit Bannern interagieren.
💡 Der Vorschlag erwähnt, dass Anbieter von Mediendiensten globale Präferenzen nicht berücksichtigen müssen, da sie stark auf Werbung angewiesen sind, um wirtschaftlich tragfähig zu bleiben.
🚀 Für Gründer und Digital-Marketing-Profis ist die wichtigste Erkenntnis: Unabhängig von neuen Regeln bleibt Transparenz unverzichtbar – sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher.
Viele empfinden Datenschutz als komplex. In Wirklichkeit können Sie ihn – richtig umgesetzt – zu Ihrem Vorteil nutzen.
Sie zeigen Ihren Kunden, dass Sie Transparenz und die Wahrung ihrer Rechte ernst nehmen. Für Marketer kann das sogar zu besseren Ergebnissen führen.
Um Vertrauen aufzubauen und nachhaltiges Wachstum zu sichern, sollten Sie weiterhin:
- klare und leicht zugängliche Informationen bereitstellen (z. B. Ihre Datenschutzerklärung).
- Einwilligungen einholen und Nachweise speichern, wenn erforderlich.
- Entscheidungen und Rechte der Nutzer respektieren.
Wir empfehlen, den Fortschritt des Vorschlags im EU-Gesetzgebungsverfahren im Blick zu behalten. Derzeit wird erwartet, dass er irgendwann zwischen 2026 und 2027 zur Anwendung kommt. Hier finden Sie die Ankündigung der Europäischen Kommission.
iubenda ist bereit und bleibt Ihr verlässlicher Partner, um Datenschutz zentral und zugleich einfach zu halten
Bei iubenda setzen wir alles daran, Compliance für digitale Fachleute einfacher zu machen. Wir berücksichtigen stets sowohl Ihre Geschäftsziele als auch die Privatsphäre Ihrer Nutzer.
iubenda begrüßt diesen neuen Vorschlag der Europäischen Kommission mit Zuversicht. Wir waren immer – und bleiben es auch künftig – entschlossen, Reibung zu reduzieren, Nutzerkontrolle zu stärken, Compliance-Tools bereitzustellen, die Wachstum unterstützen, und komplexe Anforderungen in klare Workflows zu übersetzen.
Wir stehen dabei nicht am Rand:
✅ iubenda ist aktiv an Gesprächen mit der Europäischen Kommission und wichtigen Branchenakteuren beteiligt, wodurch wir frühzeitig Einblicke erhalten.
✅ Unsere Rechts- und Produktteams analysieren den Vorschlag bereits intensiv.
✅ Wir bereiten uns darauf vor, schnell reagieren zu können.
✅ Unsere CMP und Produkte werden bereit sein, neue Anforderungen zu unterstützen, sobald sie in Kraft treten.
Seien Sie unbesorgt: Als Datenschutzexperten übernehmen wir technische und rechtliche Details für Sie, damit Sie sich nicht darum kümmern müssen. Wir unterstützen Sie in allen Bereichen der digitalen Compliance – nicht nur beim Thema Cookies.
Bleiben Sie dran. Wir informieren Sie über alle Neuerungen und helfen Ihnen, diese schnell und selbstbewusst umzusetzen.